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Rechner

Risiko-Rechner: Konformitätslücke und Beanstandungsrisiko

Drei Fragen, die Sie ohne Vorbereitung beantworten können. Daraus kommen zwei Zahlen: die Konformitätslücke, also der Anteil der prüfbaren Kriterien, die verletzt sind, und das Beanstandungsrisiko als Band. Beide Formeln stehen offen, damit Sie nachrechnen und widersprechen können.

Drei Fragen zu Ihrer Website

Wie viel Ihrer Website ist betroffen?

Gemeint sind Stellen, an denen jemand mit Screenreader, Tastatur oder starker Vergrößerung nicht weiterkommt. Wenn Sie es nicht wissen: der kostenlose Scan misst es.

Kommt man mit der Tastatur allein durch Kauf, Anmeldung oder Kontakt?

Zum Ausprobieren: Maus weglegen, nur Tab, Shift-Tab, Enter und Escape benutzen und eine Bestellung oder Anfrage zu Ende bringen.

Haben Sie eine Erklärung zur Barrierefreiheit?

Gemeint ist die veröffentlichte Erklärung mit Konformitätsaussage, nicht barrierefreien Inhalten, Datum und einem Weg für Rückmeldungen.

Ergebnis

Bei diesen Angaben sind rund 30 Prozent der prüfbaren Kriterien verletzt, und die Angreifbarkeit liegt zwischen 59 und 75 Prozent: hoch.

Konformitätslücke

30 %

Anteil der prüfbaren Kriterien, die verletzt sind. Solange Sie schätzen, ist auch diese Zahl geschätzt; im Audit wird sie gemessen. Auch ein Prozent bedeutet für die betroffenen Kriterien „nicht konform“.

Beanstandungsrisiko

59 bis 75 %

Einstufung: hoch

Wie angreifbar Sie damit sind, wenn jemand hinschaut: eine Behörde von Amts wegen, ein Wettbewerber oder eine Kundin, die sich beschwert. Ausgegeben als Band, weil ein einzelner Wert eine Genauigkeit vortäuschen würde, die das Modell nicht hat.

Was Ihre Antworten in der Formel bedeuten
  • 14 von 47 prüfbaren Erfolgskriterien verletzt
  • 2 Blocker in den Kernstrecken (ab fünf ändert sich die Aussage nicht mehr)
  • 60 Prozent der Verstöße würde eine rein automatische Prüfung selbst finden: als Annahme festgesetzt, weil das niemand vorab schätzen kann

Diese drei Zahlen gehen in die Formel unten ein. Im Audit ersetzt jede von ihnen eine Messung an Ihrer echten Seite.

Modellrechnung auf offengelegter Formel, keine Rechtsprognose und keine Rechtsberatung. Das Beanstandungsrisiko ist eine begründete Setzung, deren Gewichte unten nachlesbar sind.

Warum hier keine Strafwahrscheinlichkeit steht

Wir könnten leicht eine Prozentzahl für „so wahrscheinlich zahlen Sie ein Bußgeld“ hinschreiben. Sie wäre erfunden. Drei Punkte aus der Rechtslage bestimmen stattdessen, was das Modell überhaupt ausgeben darf:

  1. Es gibt keine Fehlerschwelle. Jedes Erfolgskriterium ist erfüllt oder nicht, ein einziges verletztes Kriterium bedeutet „nicht konform“. Einen Punktestand, ab dem es kippt, kennt das Gesetz nicht.

  2. Ein Bußgeld folgt nicht aus der Fehlerzahl, sondern aus dem Verfahren: die Marktüberwachung prüft aktiv und auf Beschwerde, fordert Nachbesserung mit Frist, und erst wenn nicht nachgebessert wird, eskaliert es.

  3. In Deutschland ist die zuständige Marktüberwachung erst seit September 2025 bundesweit tätig, veröffentlichte Einzelverfahren sind entsprechend selten. Ohne Basisrate wäre jede Strafwahrscheinlichkeit geraten. Anderswo in Europa wird längst durchgesetzt, mit Fristen und Tagesbußen: die Fälle stehen auf der Seite zur Rechtslage.

Die Gewichte, offengelegt

Das Beanstandungsrisiko ist eine Modellrechnung aus vier Termen. Die Gewichte sind eine begründete Setzung aus der Verfahrenslogik, keine empirische Schätzung, denn es gibt keine Datenbasis, aus der man sie schätzen könnte. Genau deshalb stehen sie hier und nicht in einer Blackbox.

TreiberGewichtWarum er drin ist
Grundterm, sobald überhaupt etwas verletzt ist0.10Eine Behörde, die automatisiert screent, braucht keine Beschwerde, um eine Seite zu finden.
Blocker in Kernstrecken0.35Eine Barriere, die Checkout, Login oder Kontakt ganz verhindert, erzeugt die Beschwerde, die eine reaktive Prüfung auslöst.
Anteil maschinell auffindbarer Verstöße0.30Genau diese Klasse kann eine Behörde ohne Personalaufwand in großer Zahl feststellen. Unsere Regel-Ebene findet dieselben Fälle.
Fehlende oder unvollständige Barrierefreiheitserklärung0.25Eigenständig bußgeldfähig nach § 37 Nummern 2 bis 6 und in Sekunden nachweisbar, also das erste, wonach eine Prüfung sucht.

Die vollständige Formel samt Bändern steht in docs/specs/risk.md im Quellcode. Ändert sich die Rechtslage oder gibt es belastbare Verfahrenspraxis, wird die Neukalibrierung dort dokumentiert.

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