Selbst erleben
Barrierefreiheit zum Ausprobieren
Man kann eine Website vollständig mit der Tastatur bedienen, ohne die Maus auch nur anzufassen. Millionen Menschen machen genau das, jeden Tag, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Wer das noch nie ausprobiert hat, hält Barrierefreiheit für eine Liste von Vorschriften.
Hier steht jede Barriere zweimal: einmal als kaputte Seite und einmal als richtige. Dieselbe Anleitung, dasselbe Aussehen, anderes Ergebnis. Es dauert je Beispiel etwa eine Minute.
Vorher: so bedient man eine Seite mit der Tastatur
Sechs Tasten reichen für praktisch jede Website. Wenn Sie das noch nie gemacht haben, probieren Sie es gleich auf dieser Seite aus.
- Tab
- Springt zum nächsten bedienbaren Element: Link, Knopf, Eingabefeld. Ein Rahmen zeigt, wo Sie gerade sind.
- Umschalt + Tab
- Dasselbe rückwärts.
- Enter
- Löst aus, worauf der Rahmen steht: folgt einem Link, drückt einen Knopf.
- Leertaste
- Drückt Knöpfe, setzt Häkchen, blättert die Seite weiter, wenn der Fokus nicht in einem Feld steht.
- Esc
- Schließt Fenster, Auswahllisten und Einblendungen. Sollte es zumindest.
- Pfeiltasten
- Bewegen sich innerhalb einer Gruppe: Auswahllisten, Menüs, Reiter.
Die Beispiele
- Ausprobieren
Ein Knopf, den die Tastatur nicht erreicht
Zwei Knöpfe sehen gleich aus. Mit der Maus funktionieren beide. Mit der Tastatur nur einer.
- Ausprobieren
Bedienen, ohne zu sehen, wo man ist
Fünf Knöpfe, kein sichtbarer Rahmen. Sie drücken Enter und erfahren erst danach, was Sie ausgelöst haben.
- Ausprobieren
Text, den man nicht lesen kann
Eine Bestellnummer abtippen. Einmal in blassem Grau, einmal in lesbarem Grau. Gleiche Aufgabe, anderer Aufwand.
- Ausprobieren
Ein Fenster, aus dem man nicht mehr herauskommt
Ein Hinweisfenster öffnet sich. Mit der Maus schließen Sie es sofort. Mit der Tastatur bleiben Sie darin gefangen.
- Ausprobieren
Ein Formular, das seine Felder vergisst
Die Feldnamen stehen nur als blasser Text im Feld. Sobald Sie tippen, sind sie weg.
Warum wir kaputte Seiten veröffentlichen
Die kaputten Beispiele sind wirklich kaputt. Keine Nachbildung, kein Video, kein Screenshot: der Fehler läuft in Ihrem Browser, so wie er auf tausenden echten Websites läuft. Anders lässt sich nicht erleben, was er anrichtet.
Jede kaputte Seite trägt oben einen Hinweis, mit welcher Tastenkombination Sie wieder herauskommen, falls Sie feststecken. Diese Tasten gehören zum Browser, keine Website kann sie abfangen.
Wie oft diese Fehler tatsächlich vorkommen, haben wir gemessen: in unserer EU-weiten Studie an 12.457 Startseiten aus allen 27 Mitgliedstaaten.