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Percelia BFSG-Studie 2026

Wie barrierefrei sind Deutschlands Online-Shops?

Wir haben die Startseiten von 55 bekannten deutschen Online-Shops automatisiert geprüft, mit derselben Layer-1-Analyse wie unser Gratis-Scan (axe-core + Kontrastmessung). Ergebnis: 95% hatten mindestens eine automatisch erkennbare Barriere. Das ist ein Schnelltest, kein vollständiges Audit, und wir legen die Methodik offen.

Veröffentlicht:

95%
hatten mindestens eine Barriere
von 55 erfolgreich geprüften Startseiten
12
Barrieren pro Startseite (Median)
die Hälfte der Shops lag darüber, die Hälfte darunter
42.4
Barrieren pro Startseite (Durchschnitt)
durch einzelne Ausreißer nach oben gezogen
21
Shops nicht prüfbar
von 76, meist durch Bot-Schutz nicht ladbar

Methodik

Die Studie ist bewusst einfach und nachvollziehbar gehalten. Sie misst nur, was sich automatisiert und ohne Interaktion feststellen lässt:

  • Stichprobe: bekannte deutsche B2C-Online-Shops und Verbraucherdienste quer über die vom BFSG erfassten Handelskategorien. Eine Auswahl wiedererkennbarer Marken, keine Zufallsstichprobe aus einem Register.
  • Geprüft wurde nur die öffentliche Startseite, ausschließlich lesend geladen. Keine Anmeldung, keine Formulare, keine Interaktion, keine Bestellung.
  • Analyse: Layer 1 (axe-core plus eigene Kontrastmessung) auf dem gerenderten DOM, also nach Ausführung des JavaScripts, so wie assistive Technik die Seite sieht.
  • Kein KI-Urteil, keine manuelle Prüfung. Genau das ist der Unterschied zu einem vollständigen Audit.
  • Ein Shop gilt als „mit Barriere“, wenn Layer 1 mindestens eine Verletzung meldet. Shops, die sich nicht laden ließen (Bot-Schutz, Zeitüberschreitung), zählen nicht in die Nenner-Basis.

Die häufigsten Barrieren nach WCAG-Kriterium

Über alle Shops hinweg konzentrieren sich die Befunde auf wenige Erfolgskriterien. Jedes verlinkt auf unsere Referenzseite mit Erklärung und Prüfhinweis.

Die häufigsten Barrieren nach WCAG-Kriterium
WCAG-ErfolgskriteriumStufeBetroffene Shops
1.4.3 Contrast (Minimum)AA38 / 55 (69%)
4.1.2 Name, Role, ValueA34 / 55 (62%)
2.4.4 Link Purpose (In Context)A13 / 55 (24%)
3.1.1 Language of PageA11 / 55 (20%)
2.5.8 Target Size (Minimum)AA11 / 55 (20%)
1.1.1 Non-text ContentA10 / 55 (18%)
1.4.1 Use of ColorA9 / 55 (16%)
1.2.2 Captions (Prerecorded)A8 / 55 (15%)

Verteilung nach Schweregrad

axe-core stuft jede gemeldete Verletzung ein. Die große Mehrheit der Befunde liegt im Bereich „schwer“, also ernsthafte Hürden für die Bedienbarkeit.

  • Kritisch153 (7%)
  • Schwer2176 (93%)
  • Mittel4 (0%)
  • Gering0 (0%)

Nach Branche

Zur Orientierung die durchschnittliche Zahl der Layer-1-Befunde pro Startseite nach Kategorie (nur Kategorien mit mindestens drei geprüften Shops; kleine Stichproben, daher nur indikativ).

Nach Branche
BrancheGeprüftmit BarriereØ Barrieren
Drogerie & Beauty3387.3
Kaufhaus / Marktplatz4460.3
Sport & Outdoor3339.7
Wohnen & Möbel8738
Banking3331.3
Lebensmittel7730.4
Reise & Verkehr3325.3
Mode8714.6
Baumarkt & Garten4314.5
Elektronik552.4

Was das bedeutet (und was nicht)

Dass fast jede geprüfte Startseite mindestens eine automatisch erkennbare Barriere hatte, heißt nicht, dass jeder dieser Shops rechtswidrig handelt. Ein Layer-1-Befund ist ein Indiz, kein Urteil. Betroffenheit, Ausnahmen und die konkrete Bewertung hängen vom Einzelfall ab.

Umgekehrt ist die Zahl eher eine Untergrenze als eine Übertreibung. Automatisierte Prüfungen erkennen nur einen Teil der WCAG-Anforderungen; vieles, etwa sinnvolle Alt-Texte, Tastaturbedienbarkeit oder die Verständlichkeit von Fehlermeldungen, lässt sich nur mit weiteren Prüfebenen und menschlicher Bewertung beurteilen. Der tatsächliche Handlungsbedarf ist also in der Regel grösser, nicht kleiner.

Die Botschaft ist deshalb nicht „alle sind schuldig“, sondern: Barrierefreiheit ist auf Startseiten deutscher Shops mehrheitlich noch nicht erreicht, und schon der einfachste, kostenlose Prüfschritt macht das sichtbar.

Grenzen der Studie

  • Nur die Startseite: Kategorie-, Produkt- und Checkout-Seiten, wo erfahrungsgemäß die kritischsten Barrieren sitzen, wurden nicht geprüft.
  • Nur Layer 1: kein KI-Urteil, keine Tastatur-, Reflow-, Accessibility-Tree- oder Verhaltensprüfung, keine manuelle Kontrolle.
  • Keine Zufallsstichprobe: bekannte Marken, keine repräsentative Ziehung. Die Prozentwerte gelten für diese Stichprobe, nicht automatisch für „alle deutschen Shops“.
  • Nicht ladbare Shops: ein spürbarer Teil der grössten Shops ließ sich wegen Bot-Schutz nicht automatisiert laden und fehlt daher in der Auswertung.
  • Momentaufnahme: gemessen an einem Stichtag; Websites ändern sich laufend.

Testen Sie Ihre eigene Startseite

Der gleiche Layer-1-Scan, den diese Studie verwendet, steht für Ihre Website kostenlos bereit: sofort, ohne Anmeldung, mit WCAG- und EN-301-549-Zuordnung.

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Häufige Fragen zur Studie

Wie viele Shops wurden geprüft?
Ausgewählt wurde eine Liste bekannter deutscher Online-Shops und Verbraucherdienste. Ein Teil ließ sich wegen Bot-Schutz oder Zeitüberschreitung nicht automatisiert laden; die Prozentwerte beziehen sich auf die erfolgreich geprüften Startseiten.
Heißt „mit Barriere“ automatisch „nicht BFSG-konform“?
Nein. Ein Layer-1-Befund ist ein Indiz für Handlungsbedarf, kein rechtliches Urteil. Ob und in welchem Umfang ein Shop verpflichtet ist, hängt vom Einzelfall ab. Umgekehrt erfasst die automatische Prüfung nur einen Teil der Anforderungen, der reale Bedarf ist eher grösser.
Wurden einzelne Shops namentlich bewertet?
Nein. Die Studie berichtet aggregierte Werte, keine Rangliste einzelner Anbieter. Ziel ist das Gesamtbild, nicht der Pranger.
Kann ich die Zahlen nachvollziehen?
Ja. Die Methodik ist offen beschrieben, die Prüfung nutzt denselben Layer-1-Scan wie unser öffentliches Gratis-Angebot, und die Kennzahlen werden direkt aus den Rohdaten des Laufs erzeugt.

Datenbasis: eigener Layer-1-Scan (axe-core + Kontrast) der Shop-Startseiten. Die veröffentlichten Kennzahlen werden reproduzierbar aus den Rohdaten des Scan-Laufs abgeleitet.