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Kosten

Was kostet ein Accessibility-Audit?

6 Min. LesezeitVeröffentlicht:

Kurz gesagt

Die Spanne ist groß: kostenlose Tools (0 €, aber nur ein Teil der Kriterien), Overlay-Widgets (rund 500–1.500 €/Jahr, rechtlich ohne Wert), manuelle Agentur-Audits (etwa 3.000–8.000 €) und Enterprise-Plattformen (5.000–30.000 €/Jahr). Den Preis eines belastbaren Audits treibt vor allem der Umfang: die Zahl der Templates und geschäftskritischen Journeys.

Warum die Preise so weit auseinandergehen

„Accessibility-Audit“ bezeichnet sehr unterschiedliche Leistungen — vom automatischen Schnelltest bis zur vollständigen manuellen Prüfung durch geschulte Tester. Entsprechend groß ist die Preisspanne. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Ansätze ein (Marktpreise, Stand 2026):

Ansätze für ein Accessibility-Audit im Vergleich: Kosten und Aussagekraft
AnsatzKostenAussagekraft
Kostenlose Tools (axe, WAVE, Lighthouse)0 €Nützlich, decken aber nur einen Teil der WCAG-Kriterien automatisch ab; kein prüffähiger Nachweis.
Overlay-Widgetca. 500–1.500 €/JahrStellt keine rechtliche Konformität her; kann selbst zum Risiko werden.
KI-plus-Mensch-Audit (hybrid)planbar nach UmfangAutomatisiert den Großteil, ein Mensch prüft die uneindeutigen Fälle — mit Nachweis und Code-Fixes.
Manuelles Agentur-Auditca. 3.000–8.000 € pro AuditHohe Aussagekraft, aber teuer und langsam; Tagessätze meist 800–1.500 €.
Enterprise-Plattformca. 5.000–30.000 €/JahrUmfangreich, auf große Organisationen mit eigenem Team zugeschnitten.

Was den Preis wirklich treibt

Bei einem belastbaren Audit entfällt der größte Teil der Kosten nicht auf Technik, sondern auf die menschliche Prüfung und Abzeichnung. Deshalb hängt der Preis vor allem am Umfang:

  • Anzahl der Templates: Startseite, Kategorie, Produktseite, Warenkorb, Checkout, Login, Formulare. Ein repräsentatives Template deckt hunderte ähnliche Seiten ab.
  • Geschäftskritische Journeys: Abläufe wie Checkout oder Registrierung müssen End-to-End mit der Tastatur durchgespielt werden — das ist aufwändiger als eine Einzelseite.
  • Tiefe des Nachweises: Ein dokumentierter, abgezeichneter Nachweis (VPAT / EN 301 549) kostet mehr als ein reiner Fehlerreport.

Repräsentative Templates statt jeder einzelnen URL zu prüfen, hält die Kosten planbar — eine Produktseite steht für hunderte.

Warum kostenlose Tools nicht ausreichen

Automatische Tests sind wertvoll und gehören in jede Prüfung — sie erkennen aber nur einen Teil der WCAG-A/AA-Kriterien zuverlässig. Ob ein Alternativtext inhaltlich passt, ob die Vorlesereihenfolge sinnvoll ist oder ob Text auf einem Bild lesbar bleibt, lässt sich nicht rein maschinell entscheiden. Und ein kostenloses Tool liefert keinen prüffähigen Nachweis. Von der scheinbar günstigsten „Lösung“, dem Overlay-Widget, raten wir ausdrücklich ab — warum, steht in „Overlays vs. echtes Audit“.

Was ein belastbares Audit enthalten sollte

  • Pro Befund: Seite, exaktes DOM-Element, verletztes WCAG-/EN-301-549-Kriterium, Screenshot-Marker und ein konkreter Code-Fix.
  • Eine Confidence-Bewertung je Befund; uneindeutige Fälle gehen in eine menschliche Prüfung statt automatisch entschieden zu werden.
  • Eine belastbare Konformitätserklärung (VPAT / EN 301 549), die erst abgezeichnet wird, wenn nichts Uneindeutiges mehr offen ist.

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Bevor Sie sich für ein vollständiges Audit entscheiden, lohnt ein kostenloser Erst-Scan: Er zeigt die größten Barrieren und ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Ob Ihr Angebot unter die Pflicht fällt, klärt „BFSG: Wer ist betroffen?“.

Häufige Fragen

Was kostet ein BFSG-Audit?
Es gibt keinen Pauschalpreis: Der Preis richtet sich nach Umfang — Zahl der Templates und geschäftskritischen Journeys sowie der Tiefe des Nachweises. Manuelle Agentur-Audits liegen am Markt oft bei 3.000–8.000 €; ein KI-plus-Mensch-Ansatz kann deutlich günstiger sein und bleibt dennoch prüffähig.
Reicht ein kostenloses Tool wie axe oder WAVE?
Für einen ersten Eindruck ja, für einen belastbaren Nachweis nein. Automatische Tests erkennen nur einen Teil der Kriterien und liefern keine prüffähige Dokumentation. Sie sind ein sinnvoller Baustein, kein vollständiges Audit.
Ist ein Overlay-Widget nicht die günstigere Alternative?
Nein. Overlays stellen keine rechtliche Konformität her (so die Position der Europäischen Kommission) und können selbst zum Risiko werden. Sie ersetzen kein echtes Audit mit dokumentierten Befunden und Code-Fixes.

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